Den Betrieb der Modellbundesbahn ermöglicht erst ein geballtes Maß an Technik. Sie erledigt ihre anspruchsvollen Aufgaben diskret im Hintergrund, für den Besucher ist kaum wahrnehmbar, wo überall Belegtmelder, Servoantriebe, Lichtschranken, Schrittmotoren, Decoder & Co steuernd eingreifen. Am auffälligsten ist sicherlich der Leitstand mit Computer. Von »hinten links« aus steuert der »Fahrdienstleiter« simultan drei Bahnhöfe, eine Ausweichanschlussstelle und vier Schattenbahnhöfe. Er überwacht jede der dutzendfach im gleichen Moment stattfindenden Zug- und Rangierfahrten, die Funktionsmodelle, das Car System, die Licht- und Soundsteuerung.

Was fährt auf der Modellbundesbahn?

Die Modellbundesbahn zeigt Ihnen authentischen Zugbetrieb. 80 % aller Züge, die Sie beobachten, passen zu 100 % in den Sommer 1975. Typische Baureihe wie 044, 50er, 220, 216, 212, 515, 624 und VT98 treffen auf den in den 1960er Jahren auslaufenden Erzverkehr mit Schiebelok oder auf von dreizylindrigen 01.10ern bespannte Reisebürosonderzüge. Wichtig ist: Nach 1975 entstandene Fahrzeuge sehen Sie konsequenterweise nicht!

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Im Vorbild alltäglich, im Modell die pure Innovation!

Die Modellbundesbahn ist von Anfang an auf einen flexiblen digitalen Betrieb ausgerichtet. Im Vorbild war es Alltag - im Modell ist es Innovation! Studieren Sie interessante Fahrmanöver wie Wendezugbetrieb, Bilden eines Vorspannes, Fahren mit Schiebelok, Lokomotivwechsel und Zugbildung. Dass die Drehscheibe im Bahnbetriebswerk Ottbergen automatisch angesteuert wird, versteht sich von selbst. Das Kleinserienmodell der Firma Wiederhold basiert auf den exakten Vermessungsdaten von Bernard Huguenin.

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Die im Vorbild nur 20,5 m lange Bühne verlangte vom Lokführer, seine 44er gerade so mit allen Radsätzen auf die Bühne zu bringen. Im Modell ist das nicht einfacher, weil der Lok vorne und hinten weniger als 2 Millimeter Spiel Lok auf der Bühne bleiben. Eine von Francois Huguenin entworfene Infrarot-Steuerung innerhalb des Königstuhls, samt Antriebseinheit und der dazu notwendigen Kontaktschleifer löst das Problem.

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Die Technik

Ursprünglich setzten die Modellbundesbahner zu 100 % auf das Selectrix-Protokoll, das sowohl für Schalten und Melden als auch das Fahren verantwortlich war. Das Schalten und Melden via Sx-Bus hat sich bewährt und die Modellbundesbahn bestätigt dem Selectrix—System seinen herausragenden Ruf in dieser Disziplin. Beim Fahren jedoch zeigt das DCC-Protokoll auch Vorteile: deutlich mehr Schaltrnöglichkeiten für Funktionen sind implementiert, die Auswahl verfügbarer Decoder — auch solcher mit Sound — ist größer, es stehen mehr Fahrstufen zur Verfügung. Das größte Plus ist aber sicherlich, dass neue digitale Möglichkeiten vor allem im DCC-Umfeld entwickelt werden. Ein Beispiel sind die Automatikkupp— lungen von T4T. »Diese neuartigen Kupplungen sind eine Killerapplikation. Sie ermöglichen uns, betriebssicher Lokwechsel zu fahren. Ottbergen war ja schließlich ein Lokwechselbahnhof. Daher ist es ein Muss für die Modellbundesbahn, diese Lokwechsel zu zeigen. Bisherige Automatikkupplungen haben uns nicht überzeugt. Trotz allmorgendlicher Kupplungsjustage haben wir bei keiner Kupplung die Betriebssicherheit deutlich über 80% steigern können. Bei der T4T-Kupplung sprechen wir nicht von 80%, sondern nahezu 100% Betriebssicherheit«, sagt Karl Fischer. »Das RMX-System von Rautenhaus Digital® vereint das SX und DCC-Protokoll, so können wir das Beste aus beiden Welten für uns nutzen«, ergänzt Norbert Sickmann.

Hier geht’s rund: Die Drehscheibe bei der Modellbundesbahn

Der Bahnhof Ottbergen ist zwischen den Stellwerken Oof und Ow absolut maßstäblich nachgebaut, gleiches gilt selbstverständlich auch für die Drehscheibe. Im Original war die Bühne 20,5 m lang – der Lokführer musste die Loks der Baureihen 44 und 50 mit äußerster Vorsicht positionieren, denn sie passten nur mit den Achsen drauf. Weniger als 30 cm Spiel blieben den Lokmännern. Im Modell ist es nicht anders. Zwar haben die Loks deutlich weniger Gewicht, doch vor und hinter dem Achsstand der 44er bleiben nur knapp 2 Millimeter. Wer manuell fährt und ein gutes Auge hat, für den ist es sicherlich kein Problem, die Lok richtig abzustellen - doch die Drehscheibe funktioniert im Automatikbetrieb.

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Um die Loks dennoch sicher und mittig auf der Bühne auszurichten, setzen unsere Techniker die oben angesprochene Lichtschranke ein.
Wie muss die Lichtschranke eingerichtet werden, um 15 unterschiedliche Stände und 48 Positionen anzusteuern? Die Mitte der Lok muss auf der Mitte der Bühne eine Meldung auslösen! Darum ist im Königsstuhl (Drehpunkt der Bühne) eine Empfangs-Diode und zentral unter den 44ern die Sende-Diode verbaut. Bei der Sende-Diode handelt es sich um eine SMD-Ausführung, die auf eine flache Platine gelötet ist und vom Lokdecoder mit Strom versorgt wird. Die Empfangs-Diode ist an einen Besetztmelder gekoppelt, sodass dieser rückmeldet, sobald die Lichtschranke ausgelöst wird. Soweit die Hardware.

Softwareseitig (TrainController) ist die Lichtschranke als zusätzlicher Melder mittig in den Block der Bühne eingefügt. Sobald dieser Melder auslöst, geht der Befehl »Anhalten 100 %« an die Lok raus. Da der TrainController die 44er mit niedrigster Fahrstufe auf die Bühne steuert, steht die Lok augenblicklich, wenn der Haltebefehl kommt. Auch die Lichtschranke wird noch immer ausgelöst. Das ist ein sicheres Zeichen für die nach wie vor zentrale Position der Lok auf der Drehscheibenbühne. Dieser aktive Melder ist die Bedingung für den Start der Nachfolgerangierfahrt. Steht die Lok aus irgendeinem Grund nicht richtig, ist die Lichtschranke nicht aktiv und der daran angeschlossene Melder löst nicht aus. Die Startbedingung für die Nachfolgerangierfahrt ist nicht erfüllt! Die Drehscheibe rührt sich nicht, bis die Lok richtig steht.